Beitrag · 17. September 2026

Förderung für KI und Digitalisierung: Digitalbonus Bayern, BAFA und was wirklich geht

Bis zu 50 Prozent Zuschuss für KI-Projekte, Software und Beratung. Welche Programme es 2026 gibt, wer sie bekommt, was nicht gefördert wird und welcher Fehler die Förderung kostet.

Aktualisiert am 24. September 2026

Nehmen wir einen Inhaber aus dem Landkreis Miesbach, der alles richtig machen will. Er hat sich informiert, Angebote eingeholt, sich für eine KI-Lösung entschieden und den Auftrag unterschrieben. Eine Woche später erzählt ihm sein Steuerberater vom Digitalbonus. Bis zu 50 Prozent Zuschuss. Er öffnet die Förderbedingungen und liest den Satz, der ihn mehrere tausend Euro kostet:

Maßnahmen, die bereits begonnen wurden, sind nicht förderfähig.

Der Auftrag war erteilt. Die Förderung war weg.

Diesen Fehler müssen Sie nicht machen. Hier ist, was es 2026 gibt und worauf Sie achten müssen.

Digitalbonus Bayern

Das wichtigste Programm für kleine Betriebe in Bayern.

Wer bekommt ihn? Kleine Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit Betriebsstätte in Bayern: weniger als 50 Beschäftigte und höchstens 10 Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme. Nicht antragsberechtigt sind unter anderem freie Berufe und Arztpraxen. Kanzleien, Praxen und Architekturbüros gehen hier also leer aus.

Wie viel?

Modul Zuschuss Für was
Digitalbonus Standard bis zu 50 %, maximal 7.500 € Digitalisierung von Produkten, Dienstleistungen und Abläufen
Digitalbonus Plus bis zu 50 %, maximal 30.000 € Vorhaben mit besonderem Innovationsgehalt, etwa KI-Einführung

Es gibt zwei Förderbereiche, Digitalisierung und IT-Sicherheit. Pro Bereich können Sie während der Laufzeit (bis Ende 2027) einmal gefördert werden.

Was wird gefördert? Software, bestimmte Hardware, und auch Beratung und Schulung, sofern sie nicht mehr als die Hälfte der Gesamtausgaben ausmachen. Die förderfähigen Ausgaben müssen mindestens 4.000 Euro betragen.

Was wird nicht gefördert? Hier liegt ein häufiges Missverständnis: Eine normale Website und normales Marketing fördert der Digitalbonus nicht. Ebenso wenig Standard-Software von der Stange oder eigene Personalkosten. Eine KI-Lösung, die in Ihre Abläufe eingebunden und auf Ihr Unternehmen angepasst wird, kann dagegen passen.

Wann? Anträge werden über das Portal digitalbonus.bayern mit einem ELSTER-Unternehmenskonto gestellt. Die Mittel werden in Kontingenten vergeben. Nach Angaben des Förderportals werden ab dem 1. Oktober 2026, 10 Uhr wieder Anträge angenommen. Wer früh dran ist, hat bessere Chancen.

BAFA: Zuschuss für Beratung

Für Beratung gibt es bundesweit die Förderung von Unternehmensberatungen für KMU durch das BAFA.

  • Zuschuss: in Bayern 50 Prozent der Beratungskosten, maximal 1.750 Euro pro Beratung
  • Wie oft: bis zu zwei Beratungen pro Jahr, insgesamt höchstens fünf
  • Wer: kleine und mittlere Unternehmen, ausdrücklich auch freie Berufe
  • Wichtig: Der Antrag muss vor Beginn der Beratung gestellt werden, und der Berater muss die Anforderungen der Förderrichtlinie erfüllen
  • Laufzeit: Die aktuelle Richtlinie gilt bis 31. Dezember 2026. Ob und wie es danach weitergeht, ist offen.

Für Praxen und Kanzleien, die beim Digitalbonus außen vor sind, ist das oft der einzige Weg.

Und in Österreich?

Das Programm KMU.DIGITAL hat Beratung und Umsetzung für österreichische Betriebe gefördert. Die Mittel für 2026 sind nach Berichten ausgeschöpft, und ob es eine Neuauflage gibt, ist unsicher. Fragen Sie am besten direkt bei Ihrer Wirtschaftskammer nach.

Die drei Regeln, die Ihre Förderung retten

  1. Erst Antrag, dann Auftrag. Bei allen Programmen gilt: Kein Auftrag, keine verbindliche Bestellung, bevor der Antrag gestellt ist. Angebote einholen ist erlaubt, unterschreiben nicht.
  2. Passt mein Vorhaben überhaupt? Nicht alles, was digital ist, ist förderfähig. Eine neue Website ist beim Digitalbonus raus, ein KI-Projekt mit echtem Mehrwert für Ihre Abläufe kann passen.
  3. Konditionen am Stichtag prüfen. Fördertöpfe öffnen und schließen, Bedingungen ändern sich. Maßgeblich ist immer, was beim Antrag auf der offiziellen Seite steht.

Wie ich Sie dabei unterstütze

Ich bin kein Fördermittelberater und stelle keine Anträge für Sie. Aber ich plane KI-Projekte so, dass klar beschrieben ist, was gemacht wird, was es kostet und welchen Nutzen es bringt. Genau das brauchen Sie für einen Antrag. Und ich sage Ihnen vorher, wenn etwas nach meiner Einschätzung nicht förderfähig ist, statt es Ihnen hinterher zu verkaufen.

Der sinnvollste Einstieg ist der KI-Workshop: Danach wissen Sie, welches Vorhaben sich für Sie lohnt, und haben die Grundlage für einen Förderantrag. Soll der Workshop selbst Teil des geförderten Vorhabens sein, gilt auch für ihn: erst den Antrag stellen, dann beauftragen. Sprechen Sie mich darauf an, dann planen wir die Reihenfolge gemeinsam.

Stand: September 2026. Förderbedingungen ändern sich regelmäßig. Verbindlich sind ausschließlich die Angaben der Fördergeber, beim Digitalbonus unter digitalbonus.bayern, bei der Beratungsförderung unter bafa.de.

Von Stefan Felder · Über mich

Stefan Felder
Nächster Schritt

Ein Gespräch kostet nichts.

Erzählen Sie mir, wo es hakt. Ich sage Ihnen ehrlich, ob und wie ich helfen kann. Und wenn sich etwas für Sie nicht lohnt, sage ich Ihnen das auch.

Auch per WhatsApp. Antwort innerhalb von 24 Stunden, von mir persönlich.